[Ernährung] Die süße Täuschung: Zucker und Zuckeraustauschstoffe

Zucker, ein heiß diskutiertes Thema. Die letzten Jahre wurde das Bewusstsein für gesunde und ausgewogene Ernährung immer größer und die Industrien, die dahinter stehen, natürlich aufmerksam.

Ich möchte hier auf das Thema Zucker und Zuckeraustauschstoffe eingehen und was diese in unserem Körper machen bzw. wie sie sich auswirken.
Vorweg, ich gehe von gesunden Menschen aus. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Nicht, dass es hier zu Missverständnissen kommt oder sonstiges.

Dass wir tagtäglich nicht Unmengen von Zucker essen sollen und dieses auch Folgen hat, wenn man sich jahrelang zuckerreich ernährt, ist uns allen klar. Der Konsum von Zucker hat Einfluss auf unseren Körper, auf unsere Organe. Wie bei so vielen, heißt es auch hier: mit Maß und Ziel!
Die Frage ist eher, sind die Zuckeraustauschstoffe, die als so gesund und als tolle Alternative angeboten werden, wirklich so gut für uns?

Gerade wenn man sich viel mit Essen, Ernährung beschäftigt, setzt man sich auch irgendwann mit dem Thema „Zucker“ auseinander. Ich selbst bin seit über 7 Jahren im Ernährungsbereich tätig und für mich ist das ein großes Thema. Denn ich bin eine Verfechterin von einer gesunden, natürlichen und ausgewogenen Ernährung. Deshalb hinterfrage ich diese Zuckeraustauschstoffe noch mehr. Wenn man auf den sozialen Medien unterwegs ist, sind immer mehr Rezepte, vor allem von Kuchen und Gebäckstücken zu finden, die mit einem Zuckeraustauschstoff gesüßt sind.

Ist es wirklich nur allein der Zucker der dick macht?
Haushaltszucker ist ein Zweifachzucker, ein Disacharrid, das aus einem Molekül Glucose und Fructose besteht.
Viele einfache, leicht verdaubare Kohlenhydrate wie zB Weißbrot bestehen aus Zuckerbausteinen wie Glucose. Was passiert, wenn ich Kohlenhydrate zu mir nehme? Sobald Kohlenhydrate auf unsere Zunge gelangen, wird Insulin ausgeschüttet. Insulin ist ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse das u.a. den Fettabbau hemmt, d.h. den Fettaufbau fördert. Insulin transportiert die Glucose in unsere Zellen, wo sie dann verstoffwechselt wird. Wenn unsere Körperzellen jedoch nicht mehr auf das Insulin reagieren und der Transport nicht stattfindet, bleibt die Glucose somit im Blut und unser Blutzuckerspiegel steigt. So entsteht Diabetes.
Das heißt aber auch, wenn ich meinen Körper mit vielen, einfachen Kohlenhydraten versorge, ist mein Insulinspiegel laufend erhöht und somit wird Fett eingelagert.
Also, es ist nicht nur der reine Zucker, der Schaden anrichtet.

Glucose ist ein wichtiger Energielieferant für unser Gehirn. Unser Gehirn benötigt Glucose, damit wir denken, fühlen und unseren Körper kontrollieren können. Wenn wir also Zucker zu uns nehmen, weiß unser Körper und unser Gehirn Bescheid und weiß was zu tun ist. Wenn wir aber einen Zuckeraustauschstoff zu uns nehmen, der süß ist, und unserem Körper und unserem Gehirn „süß“ signalisiert aber kein Glucoseschub erfolgt, weiß unser Gehirn nicht was zu tun ist, da es das Signal nicht deuten kann. Wir täuschen unseren Körper. Was macht er mit diesem „Fehlsignal“? Es entsteht ein Durcheinander und das Gehirn wertet dieses längerfristig als Nahrungsdefizit und fordert vom Körper mehr Nahrung aufzunehmen.

Und da bin ich jetzt bei dem Thema, das ich etwas als kritisch ansehe. Wieso sollte ich selbst meinen Körper täuschen wollen? Wenn ich das Lebensmittel so nehme, wie es ist, dann weiß mein Körper was er zu tun hat und die Vorgänge in ihm nehmen seinen gewohnten Weg.
Natürlich ist es auch nicht ganz vermeidbar Zuckeraustauschstoffe zu sich zu nehmen, da sie auch oft zusätlich zum Zucker noch in Produkten zu finden sind, meist in Süßigkeiten. Und es ist auch nicht tragisch, wenn ich mal etwas ausprobieren möchte mit einem Zuckeraustauschstoff aber dass ich ihn in meine tägliche Ernährung einbaue, finde ich persönlich nicht den optimalen Weg.
Es spielen einfach so viele, verschiedene Faktoren eine Rolle wie zB schon erwähnt, die Kohlenhydrate. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, wenn ich meinen Kuchen mit einem Zuckeraustauschstoff süße weil ich glaube so Kilokalorien sparen zu können aber tagtäglich Weißbrot esse.
Also, man muss hier schon das Ganze sehen. Ernährung ist ein sehr komplexes Thema. Wenn man etwas in seiner Ernährung ändern möchte, sollte man sich genau damit beschäftigen und nicht auf jeden neuen Hype anspringen. Dahinter steht eine rießen große Industrie, klar, dass die Geschäft machen möchten.

Mit diesem Beitrag will ich einfach nur aufzeigen, dass so viel mehr hinter den Dingen steckt, als man oft annimmt. Ich möchte hier nichts schlecht reden, es ist meine ganz persönliche Meinung und Ansicht.
Einfach mal mehr hinterfragen und nicht immer gleich alles so hinnehmen, wie es uns aufs Aug gedrückt wird. Das ist nicht nur bei der Ernährung so, sondern auch in vielen anderen Bereichen im Leben.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen ruhigen und gemütlichen Sonntag! Macht es euch schön!

 

2 thoughts

  1. Ich nehme seit Jahrzehnten Süßstoff in meinen Kaffee, ohne Nebenwirkungen!! Aber ich denke immer die Menge macht das Gift!! Und beim Backen geht es eigentlich auch nur mäßig ohne Zuckergerüst. Xucker light kommt dem zwar am nächsten, aber das Gerüst ist nur halb so stark. Hups, du hast recht….ein „Endlosthema“!! LG

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